Grundsätzliche Überlegungen  

Der Betrieb der Anlage erfolgt halbautomatisch, was bedeuteten soll, dass im Sichtbaren Anlagenteil die Rangierfahrten per Hand durchgeführt werden, während sich eine Software um das Heranholen bzw. wegfahren der Züge zum/vom Schattenbahnhof sowie das Umsetzen von Lokomotiven kümmert.

Melder

Damit die Software die beschriebenen Anforderungen erfüllen kann, braucht sie Meldungen über Position und Bewegungen der Züge. Prinzipiell stehen dazu drei Arten von Meldern zur Verfügung

Kombination von Meldern & Zügen

Welcher der Meldetyp wo sinnvoll eingesetzt werden kann, ergibt sich aus den eingesetzten Zügen, wichtig ist es natürlich, unmittelbar nachdem ein Zug einen Abschnitt erreicht hat eine Meldung zu erhalten:

Unabhängig davon, welche Software später zum Einsatz kommt, lassen sich noch einige grundsätzliche Regeln ergänzen:

Umsetzung

Das Ganze auf den aktuellen Plan angewendet führt zu folgenden Überwachungen:

  • Die Durchgangsgleise des Schattenbahnhofs werden jeweils von einem Gleisbelegtmelder Überwacht. Am Ende des Gleises sitzt eine Lichtschranke, die der Steuerungssoftware bis auf wenige Millimeter genau meldet, wann die Spitze eines Zuges den Kontaktpunkt erreicht hat und angehalten werden soll. Die Punkte, ab denen die Züge abgebremst werden, werden anhand des Belegtmelders und einer Weg- Zeitkurve bestimmt (sog. Virtuelle Kontakte).

  • Für die Kopfgleise im Schattenbahnhof erfolgt die Überwachung im Wesentlichen wie bei den Durchgangsgleisen, jedoch wird der Bremspunkt nicht durch virtuelle, sondern reale Melder (Lichtschranken) bestimmt. Diese etwas teurere Lösung wird benötigt, um geschobene Güterzüge (siehe oben), bei denen die Wagen keine Belegtmeldung hervorrufen, ebenfalls punktgenau anhalten zu können.

  • Die Durchgangsgleise auf der Rampe vom/zum Schattenbahnhof werden mit Stromfühlern und jeweils einer Lichtschranke pro Seite überwacht.

  • Die Bahnhofsgleise im sichtbaren Bereich werden in drei Abschnitte eingeteilt deren zustand per Stromfühler überwacht wird.

Beim Bau der Gleisanlagen werden die Abschnitte daher wie  folgt eingeteilt, getrennt und an die Belegtmelder angeschlossen:

Software

Wenn man den Markt der Softwarehersteller nach den Eingangs genannten Vorgaben genauer unter die Lupe nimmt, kristallisieren sich zwei Programme heraus, welche zusammen einen  Großteil des Marktes bedienen: Windigipet und Traincontroller (Silber). Da beide Programme ungefähr das gleiche kosten (289,- / 299,- Euro, Stand 11/08) muss der Funktionsumfang bzw. die Usability entscheiden, welches zum Einsatz kommt. Von beiden Programmen gibt es Testversionen, die man sich von der jeweiligen Homepage Downloaden, und die Programme ausgiebig testen kann – soweit zumindest die Theorie!

Im Endeffekt ist jedoch zumindest die Testversion von Windigipet (für meine Anforderungen) nicht zu gebrauchen: Die mögliche Anlagengröße ist zu gering, um die Möglichkeiten der Software an meiner Anlage zu testen. Also Meinungen und Erfahrungen von Hobbykollegen einholen und sammeln. Letztendlich haben Gespräche mit einem anderen Modellbahner, der ungefähr in den gleichen Dimensionen mit dem gleichen Thema (=Kopfbahnhof) baut, und seine Probleme mit Windigipet zu einer Entscheidung zugunsten TrainController geführt:

  • Windigipet hängt sich mit dem vorhandenen Lenz-System ab und an auf
  • Es gibt keine virtuellen Melder, die spezifischen Fahreigenschaften einer Lok werden nicht eingemessen, punktgenaues Halten muss per Hand – also durch Angabe der Zeit wann eine Lok nach einer Meldung halten soll, eingestellt werden.
  • Die Verfolgung von per Handregler gefahrenen Loks und umgestellten Weichen funktioniert nicht zuverlässig.

Um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen:
Die Einschätzung, dass TrainController für meine Anforderungen besser geeignet ist als Windigipet soll keinesfalls als Aussage betrachtet werden, dass Windigipet grundsätzlich die schlechtere Software ist. Die Entscheidung ist aufgrund subjektiver Einschätzungen und Anforderungen getroffen worden, es gibt ausreichend Modellbahner, bei denen dieses Programm ohne Probleme (auch mit Lenz-Systemen) arbeitet.

Die Demoversion von Traincontroller ist prinzipiell voll funktionsfähig, einzig die Verbindung zur Anlage wird nach 15 Minuten unterbrochen (kann nach einem Neustart von Traincontroller aber sofort wieder hergestellt werden) und nach 30 Tagen, an denen das Programm genutzt wurde, können Änderungen nicht mehr gespeichert werden – einem ausführlichen Test steht also nichts im Wege. Mit dem Erwerb erhält man einen USB-Stick als Dongle, welcher die Testversion als Vollversion freischaltet…

Der Bau der Belegtmelder, Lichtschranken & Co. ist unter der Rubrik „Werkstatt“ beschrieben, über das Einrichten von Traincontroller wird demnächst Schritt für Schritt auf einer eigenen Seite berichtet.